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Interview mit Dr. Oliver Schauerte



WerkstoffPlus Auto, so heißt die vom DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte veranstaltete 8. Fachtagung für neue Fahrzeug- und Werkstoffkonzepte, welche am 20. und 21. Februar in Stuttgart stattfinden wird. Wie sehen Sie als Leiter der Werkstoffforschung bei der Volkswagen AG die Rolle von Werkstoffinnovationen in einer sich in Richtung Elektromobilität und autonomen Fahren verändernden Automobilindustrie?

​Dr. Oliver Schauerte:

Neue, oder verbesserte Werkstofflösungen sind auch für Elektro- oder Brennstoffzellenfahrzeuge - unabhängig vom Level der Automatisierung der Fahrzeuge - von hoher Relevanz. Denn sie tragen in allen Bereichen dazu bei, leichtere, effizientere und dennoch sichere Fahrzeuge zu entwickeln und neue Fahrzeugkonzepte zu ermöglichen.

Daher wartet auch zukünftig viel Arbeit auf alle, die sich mit der Beherrschung der Werkstoff-Prozesskette, also der Charakterisierung, der Simulation, mit Fertigungs- und Fügetechniken und der bestmöglichen Anwendung neuer Werkstoffinnovationen, beschäftigen.



Wo sehen Sie aus Ihrer Sicht Risiken und wo liegen die Chancen für Deutschland?

Dr. Oliver Schauerte:

Neue Herausforderungen und Risiken im Bereich der Werkstoffe ergeben sich aktuell tatsächlich im Bereich der Versorgungssicherheit mit relevanten Batteriewerkstoffen für Elektrofahrzeuge. Stichwort Kobalt und Lithium. Hier macht es Sinn, auch technologische Alternativrouten zu entwickeln um sich nicht einseitig abhängig zu machen.

Volkswagen arbeitet daher im Konzernverbund nicht nur an zukünftigen Batterietypen, sondern verfolgt auch die Stoßrichtungen der Bio-Kraftstoffe oder der wasserstoffbasierten Elektromobilität mit der Brennstoffzelle. Das weite Feld der technologischen Herausforderungen in Kombination mit der sehr starken werkstoffbezogenen Industrie und Forschung in Deutschland hilft hierbei sehr, den Anschluß an die Weltspitze zu halten.



Bei der Fachtagung WerkstoffPlus Auto werden Sie und andere Experten über einen der gerade erwähnten Punkte im Rahmen einer Podiumsdiskussion sprechen: „Automatisiertes Fahren und disruptive Konzepte - welche Rolle spielen Karosserie- und Leichtbaukompetenzen zukünftig, welche neuen Werkstofffähigkeiten werden gebraucht?" Wie schätzen Sie dieses Thema ein? Können Sie uns einen kleinen Ausblick geben?

Dr. Oliver Schauerte:

Grundsätzlich kommt durch Entwicklungen wie der Elektrifizierung zuerst einmal mehr Material ins Auto. Daher arbeiten alle Hersteller und viele Zulieferer an neue Strukturlösungen und damit gibt es, getrieben durch hohe Crashsicherheitsanforderungen, ein intensives Ringen um die besten Konzepte.

Die Lösungen reichen aktuell von tiefgezogenen, meist hochfesten Stählen über Aluminiumprofil-, Aluminiumguss- und Faserverbundlösungen, aber auch Sandwichtechnologien spielen eine immer größere Rolle. Mit autonom fahrenden Fahrzeugen kommen an anderer Stelle neue Anforderungen ins Fahrzeug. Neue Innenraumkonzepte mit anderen Sitzanordnungen eröffnen neue Einsatzbereiche für Werkstoffe und ermöglichen neue Bauweisen.

Hinzu kommt bei der zu erwartenden Shared Mobility ein ganz neuer Verschleiß des Fahrzeugs und insbesondere des Innenraums.



Was kann eine Fachtagung beitragen, um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie zu stärken?

Dr. Oliver Schauerte:

Die Fachtagung WerkstoffPlus Auto bietet mit aktuellen Programmschwerpunkten und einer Vielzahl von anwesenden Experten eine sehr gute Möglichkeit, sich zu informieren und zu vernetzen. Eine Schlüsselfrage für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie wird wegen der großen internationalen Konkurrenz die Vernetzung von Kompetenzen sein. Voneinander zu lernen um gemeinsam zu profitieren, das sehe ich als wichtigen Baustein, um auch große technologische Herausforderungen zu meistern.

Wir von der Volkswagen AG unterstützen die diesjährige Tagung nicht nur durch mehrere Fachvorträge, sondern auch  durch aktuelle Exponate:


Herr Dr. Schauerte, vielen Dank für die wertvollen Impulse. Wir freuen uns auf die Beiträge von Volkswagen und die Expertendiskussion mit Ihnen bei der WerkstoffPlus Auto 2018.


Das Interview führte Herr Dr.-Ing. Elmar Beeh vom DLR-Institut für Fahrzeugkonzepte